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Verein „Wir machen E-Mobil“ löst sich auf

17. 11. 2021

Es sollte ein alternatives Mobilitätsangebot im ländlichen Raum sein – doch es gab kaum Resonanz


Was vor drei Jahren mit viel Euphorie als zukunftsfähiger Schritt eines alternativen Mobilitätsangebots im ländlichen Raum an den Start ging, steht nun vor dem Aus. Der Verein „Wir machen E-Mobil“ wird sich mit Auslaufen der Leasing-Verträge auflösen.
Der ursprüngliche Gedanke des Car-Sharings, sowohl ökologisch als auch sozial eine Alternative zu bieten, konnte in der Praxis zu wenige Mitglieder zu einer Veränderung ihres Fahrverhaltens bewegen. Auch der ökonomische Aspekt, beispielsweise auf das Zweitauto verzichten zu können, wurde nicht umgesetzt. „Es ist ernüchternd, dass die Fahrzeuge kaum genutzt wurden“, stellte Volkert Petersen fest. Der Verein mit 50 Mitgliedern hatte drei Renault-Zoe-Fahrzeuge angeschafft, die in Nordhackstedt, Hörup und Schafflund ihren Standort mit Ladestation fanden. Doch zwischen Begeisterung für das ökologische Projekt und tatsächlicher Nutzung klaffte eine Lücke. Ob es an der nötigen Vorplanung zur Buchung, an der Bequemlichkeit wegen des Weges zum Fahrzeug hin oder an der zu geringen Reichweite scheiterte, lässt sich nicht eindeutig erklären. Während das Nordhackstedter Fahrzeug nach einem Totalschaden bereits wegen zu geringer Resonanz nicht wieder ersetzt wurde, verblieben die anderen im Buchungsportal.
Der Höruper Pkw wurde vor allem von der Kreistagsabgeordneten Karin Carstensen für ihre dienstlichen Fahrten gebucht, das Schafflunder Fahrzeug dagegen weist bis heute nur einen Kilometerstand von 5000 auf. Deshalb stand nun der Antrag, dieses E-Mobil für die Gemeinde zu kaufen, auf der Tagesordnung der Gemeindevertretung.
Eine intensive, sachliche Debatte quer durch die Fraktionen befasste sich mit dem Für und Wider. „Alle Vereine und Verbände, der Seniorenbeirat, Gemeindevertreter und die Netzwerkerin könnten das E-Mobil kostenlos für ihre Fahrten buchen“, warb Constanze Best-Jensen für eine Übernahme durch die Gemeinde - und sie würde als Bürgermeisterin ebenfalls zum Personenkreis gehören. Darüber hinaus sei eine Kooperationsvereinbarung mit der Amtsverwaltung geplant. Volkert Petersen hielt dagegen: „Viele fanden die Idee gut, aber gebucht haben sie nicht. Warum sollte das jetzt anders werden?“ Von verschiedenen Gemeindevertretern wurden Aspekte einer inzwischen veralteten Technik in einem Gebrauchtfahrzeug genannt, andere hoben wiederum den günstigen Kaufpreis hervor, sodass am Ende eine denkbar knappe Entscheidung fiel mit sechs Ja- und fünf Nein-Stimmen.
Das Fahrzeug wird seinen Standort auf dem Amtsparkplatz behalten. Daneben befindet sich der Mehrsitzer der Gemeinde Schafflund, ein E-Mobil, das im Gegensatz zum Pkw gut gebucht wird. Regelmäßig geht damit der Kümmerer auf Einkaufstour mit den Senioren, die Freiwillige Feuerwehr, die DLRG oder andere Vereine fahren zu Seminaren oder Schulungen.

Quelle - SHZ böw

 

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